Nachwuchs fördern: Praxis erleben und sicher Arbeiten
Für junge Talente bietet die gedatec die Werkstattstraße, die Gesellenrallye und Arbeitssicherheitsseminare. Wie sicheres Arbeiten selbstverständlich wird, berichten BG BAU und BG ETEM im Interview.
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Wer Fachkräfte gewinnen will, muss früh ansetzen. Als Fachmesse für vernetzte Gebäudetechnik bietet die gedatec ein umfangreiches Rahmenprogramm speziell für Nachwuchskräfte in den drei Gewerken Elektro, SHK und Dachdecker. Vom 13. bis 15. Oktober 2026 heißt es für sie: ausprobieren, Neues entdecken und Kontakte knüpfen.
Werkstattstraße: Hier wird Handwerk erlebbar
Herzstück des Nachwuchsprogramms ist die Werkstattstraße mit ihren Mitmach-Stationen der teilnehmenden Aussteller. Azubis und junge Fachkräfte aus dem Dachdecker-, Elektro- und SHK-Handwerk erleben, was diese Berufe heute ausmacht und wie sie zusammenarbeiten. Sie lernen neue Techniken kennen, probieren Montageverfahren aus und erhalten wertvolle Tipps direkt aus der Praxis von erfahrenen Profis.
Alle mitmachenden Firmen finden Sie unter Werkstattstraße

Die Werkstattstraße ermöglicht jungen Fachkräften praxisnahe Einblicke in die drei Gewerke Elektro, SHK und Dachdecker.
Arbeitssicherheitsseminare: Sicherheit von Anfang an lernen
Ein zentrales Thema der Ausbildung ist der Arbeits- und Gesundheitsschutz. Gemeinsam mit der BG BAU und der BG ETEM veranstaltet die gedatec praxisnahe Seminare für Auszubildende und Fachkräfte. Ziel ist es, den Branchennachwuchs für sicheres Arbeiten in jedem Gewerk zu sensibilisieren und Unternehmen jeder Größe dafür zu gewinnen.
Wie Sicherheit zum selbstverständlichen Teil der Arbeit wird und wie die Seminare dazu beitragen, haben wir Hans-Jürgen Wellnhofer, kommissarischer Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU und Joydeep Mukherjee, Leiter des Stabsreferats Medien und Veranstaltungen in der Präventionsabteilung der BG ETEM, im Interview gefragt.
Warum ist es besonders wichtig, schon Auszubildende früh für Arbeitssicherheit zu sensibilisieren?
Wellnhofer: Am Anfang des Berufslebens fehlt vielen Auszubildenden noch die Erfahrung, um Gefahren richtig einzuschätzen. Gleichzeitig prägen sich Verhaltensmuster früh. Deshalb müssen wir von Beginn an vermitteln: Arbeitsschutz ist kein Extra, sondern eine Grundvoraussetzung für sicheres und gesundes Arbeiten.
Mukherjee: Wer früh lernt, Risiken zu erkennen, handelt später automatisch sicherer und senkt die Unfallgefahr deutlich. Das stärkt nicht nur das Verantwortungsgefühl für sich selbst, sondern auch für das gesamte Team. So entsteht eine nachhaltige Sicherheitskultur im Betrieb.
Welche Erfahrungen haben Sie gemacht: Wie verändert sich das Sicherheitsbewusstsein durch solche Seminare?
Wellnhofer: Wir beobachten, dass die Seminare den Blick auf die eigene Arbeit und die anderer verändern. Die Auszubildenden nehmen Gefährdungen schneller wahr und handeln vorausschauender. Ihr Verständnis für Risiken wächst und vor allem sehen sie Sicherheit nicht mehr als lästige Vorgabe, sondern als Teil professionellen Handelns. Zudem sprechen sie kritische Situationen eher an.
Mukherjee: Direkt nach dem Seminar achten viele Teilnehmende stärker auf korrektes Verhalten, wie beispielsweise das Nutzen von PSA und Schutzkleidung. Langfristig wirkt die Verhaltensänderung aber nur, wenn das Umfeld im Betrieb mitzieht. Entscheidend ist, dass aus Regeln Verständnis wird und aus Wissen echte Eigenverantwortung.
Welche typischen Unfallrisiken aus dem Arbeitsalltag werden in den Seminaren besonders behandelt?
Wellnhofer: Im Mittelpunkt stehen typische Gefährdungen, wie Absturz oder Staubbelastung. Auch der richtige Umgang mit persönlicher Schutzausrüstung spielt eine Rolle. Darüber hinaus geht es uns vor allem darum, dass die Auszubildenden lernen, Gefahren früh zu erkennen und im entscheidenden Moment bewusst „Stopp“ zu sagen.
Mukherjee: Es geht weniger um seltene Extremfälle, sondern um alltägliche Risiken, die oft unterschätzt werden, wie z. B. Stolpern, Werkzeugunfälle, elektrische Gefahren oder Gefahrstoffe. Diese Risiken kommen im Elektro-, aber auch im SHK- und Dachdeckerhandwerk häufig vor und können große Auswirkungen haben.
Teilnahme „Arbeitssicherheitseminare: Sicherheit | Energie | Gebäude“
Die Seminare finden während der Messe täglich statt, dauern ca. 45 Minuten und sind nach Lehrjahren gegliedert.
Eintrittskartengutscheine erhalten Unternehmen für ihre Lehrlinge und deren Lehrkräfte bei den entsprechenden Innungen.
Weitere Informationen unter Arbeitssicherheit

Arbeitssicherheitsseminar für Azubis im 1. Lehrjahr: Joydeep Mukherjee (BG ETEM) zeigt typische Gefährdungen aus dem Arbeitsalltag und wie man sie vermeidet.
Gesellenrallye: Die Messe spielerisch entdecken
Die Gesellenrallye bringt Bewegung in den Messebesuch: Die Teilnehmenden erkunden Stände der Aussteller, lösen Aufgaben und kommen direkt mit Unternehmen ins Gespräch. Wer mitmacht, sammelt Stempel und sichert sich am Ende eine Urkunde. Die Teilnahme ist kostenfrei und der Einstieg jederzeit möglich.