Nachhaltiges Bauen: vom Dämmstoff bis zur Pelletheizung
Weniger Abfall, weniger Wasserverbrauch, mehr Verantwortung: Wie Dachdecker-, Elektro- und SHK-Gewerke nachhaltiger bauen. Vier Beispiele zeigen, wie Lösungen Ressourcen schonen.
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Nachhaltigkeit ist im Bauwesen längst zur Pflicht geworden. Rohstoffe werden teurer, Energie bleibt ein Thema, der Druck auf Unternehmen wächst. Gleichzeitig steigt die Erwartung: Gebäude sollen effizient, langlebig und ressourcenschonend sein. Wir stellen vier Beispiele vor, wie nachhaltige Lösungen Ressourcen schonen.
Kreislaufwirtschaft im Dachdeckerhandwerk: Aus Resten werden Rohstoffe
Wie man Kreislaufwirtschaft im Dachdeckerhandwerk konkret umsetzt, zeigt ein Projekt der Dachdecker-Innung Berlin. Dämmstoffreste werden nicht entsorgt, sondern zurückgenommen und dem Recycling zugeführt. Auf der Dach + Holz International wurde die Innung für die Initiative „Dämmt besser – Rücknahmeservice für PU-Dämmstoffreste“ ausgezeichnet.
„Die Idee zur Initiative entstand im Austausch zwischen dem Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks und dem IVPU - Industrieverband Polyurethan-Hartschaum e.V. . Da es bereits eine Logistik für die Rücknahme von PU-Schaumdosen gibt, lag es damals nahe, auch PU-Dämmstoffe über diesen Weg einzusammeln und zu recyceln“, erklärt Sebastian Bobinski, Geschäftsführer der Landesinnung des Dachdeckerhandwerks Berlin. Beim Pilotprojekt nahmen fünf Dachdeckerbetriebe aus Berlin teil. Letztendlich hat sich die Rücknahme der Säcke mit dem sortenreinen PU-Dämmstoff über die Logistikflotte der Handelsunternehmen Erich Weit GmbH und der DWF Baustoff Fachhandel GmbH bewährt, die von Anfang an Partner des Projektes gewesen sind. „Mittlerweile wurde das Projekt auch auf Brandenburg ausgeweitet, wo die Teilnahme bei der Initiative sehr begehrt ist. Inzwischen nutzen mehr als 30 Dachdeckerbetriebe aus Berlin und Brandenburg den Rücknahmeservice und haben seit dem Start 548 Säcke mit rund 10 Tonnen Material dem Kreislauf wieder zugeführt“, freut sich Sebastian Bobinski.

Für die Dachdecker-Innung Berlin nahmen Geschäftsführer Sebastian Bobinski (links) und Landesinnungsmeister Stephan Ziemann die Auszeichnung für die Initiative „Dämmt besser – Rücknahmeservice für PU-Dämmstoffreste“ entgegen.

Bei der Preisverleihung kamen alle Beteiligten der Initiative auf die Bühne.
Elektroinstallationsrohre aus Regeneraten
Auf Kreislaufwirtschaft setzt auch FRÄNKISCHE Rohrwerke mit ihren ökobilanzierten co2ntrol-Elektroinstallationsrohren, die aus recyceltem Material bestehen. Im Kunststoffsegment sparen die Rohrsysteme durch den Einsatz von Regeneraten bis zu 60 Prozent fossile Ressourcen und bis zu 47 Prozent CO2-Äquivalent. Die EPD-zertifizierte Produktfamilie umfasst auch Edelstahlrohre für die Aufputzinstallation. Die Produktdaten der co2ntrol-Rohre können sowohl bei der EU-Gebäudeeffizienzrichtlinie als auch bei der Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) berücksichtigt werden.
Pelletheizungen: Klimafreundlich sanieren, effizient neu bauen
Ein weiterer Baustein nachhaltiger Gebäude ist die Wärmeversorgung. ÖkoFen Heiztechnik zeigt auf der gedatec Pelletheizungen als effiziente und umweltfreundliche Heizlösung. Die Systeme arbeiten vollautomatisch, nutzen den nachwachsenden Rohstoff Holzpellets und überzeugen durch geringe CO₂-Emissionen sowie stabile Heizkosten. Besonders in der Sanierung gilt der Heizungstausch von Öl- oder Gasheizungen als attraktive Lösung – auch wegen staatlicher Förderungen und platzsparender Technik. Im Neubau punkten Pelletheizungen mit hoher Effizienz, Smart-Home-Anbindung und einem geringen Platzbedarf von teilweise nur 3,7 Quadratmetern inklusive Speicher und Pelletlager.
Intelligentes Wassermanagement: Wasser sparen ohne Komfortverlust
Neben Energie spielt auch Wasser eine zentrale Rolle beim Ressourcensparen. Gerade in stark frequentierten Gebäuden steckt großes Einsparpotenzial. Digitale Systeme helfen den Wasserverbrauch zu reduzieren und gleichzeitig Hygieneanforderungen zu erfüllen. Mit dem intelligenten Wassermanagement-System SWS / SMART.SWS vernetzt der gedatec-Aussteller SCHELL Armaturen, Spülungen und Verbrauchsdaten zu einem zentralen System. Automatisierte Stagnationsspülungen sichern die Wasserqualität, Analyse- und Reportingfunktionen schaffen Transparenz im Betrieb. Gleichzeitig sinken Wartungsaufwand, Wasserverbrauch und Energiekosten. Besonders praktisch: Per Fernzugriff behalten Betreiber auch mehrere Gebäude gleichzeitig im Blick.